
Nach dem Checkout in Noosa geht es für uns kleines Stück weiter nach Brisbane. Dort haben wir uns in ein Airbnb eingemietet und die nettesten Vermieter ever getroffen. Beide quatschen gerne richtig viel und erzählen einige Schwänke aus ihren Leben, außerdem kümmern sie sich wahnsinnig gut um uns und sorgen die nächsten Tage dafür, dass wir mit Kaffee, Bananen und Proteinshakes versorgt sind.
Brisbane
Nach unserer Ankunft laden wir kurz das Auto aus und machen uns auf den Weg in die Innenstadt. Angeblich soll ja die Southbank sehr schön sein und günstig parken kann man dort auch, meinten unsere Vermieter… und sie haben nicht gelogen, das Parkhaus ist günstig und die Promenade am Fluss ist ein echter Hingucker. Wir spazieren also eine ganze Weile durch die Gegend am Brisbane River entlang, bestaunen den botanischen Garten, freuen uns über die schön angelegten -und kostenlosen!- Freibäder und Becken zwischen den Grünanlagen, genießen vegane Burger und gönnen uns zum Tagesabschluss noch einen echten Blockbuster im Kino: Godzilla x Kong – The New Empire.









Nach diesem Highlight Tag wird am nächsten Tag erstmal gearbeitet. Wir suchen uns ein Café in der Nähe und sitzen dort eine ganze Weile.
Danach wird erstmal eine Weile entspannt bevor es weiter zum Sport geht. Ben sucht sich ein Gym in der Nähe aus und ich stapfe den nächstgelegenen Berg/Hügel hoch, da gibt es scheinbar eine gute Aussicht über die City.
Nachdem wir die Kalorien losgeworden sind, holen wir uns bei Pizza direkt wieder welche zurück und gehen dazu noch eine Runde Minigolf spielen.







ich bin vollends im Glück


Am nächsten Morgen möchten wir eigentlich zeitig los, verquatschen uns beim Kaffee aber komplett mit den beiden Gastgebern und erfahren einige Highlights aus deren Leben als Vermieter bei Airbnb. Let me tell you, da sind ein paar haarsträubende Stories dabei von Mietern, die einfach kackendreist sind.
Zum Glück sind aber die allermeisten Menschen, die Aeron und sein Partner in ihr Heim lassen (inkl. Fernseher in Kinoleinwandgröße) dann doch sehr nett. Außerdem sind die zwei so kommunikativ, die brauchen den Austausch zu anderen.
Gold Coast
Als Aeron dann seinen Arbeitstag starten muss, düsen wir auch endlich los. Die Strecke ist wieder kurz, es geht an die Gold Coast. Die allermeiste Zeit auf der Reise hatten wir Einzelzimmer oder ganze Wohnungen für uns, gelegentlich ein Zimmer innerhalb einer Wohnung wie in Brisbane. Ab der Goldcoast wird’s aber haarsträubend und wir „gönnen“ uns noch ein paar Nächte in moderateren Unterkünften. Touch base quasi, um die Bodenständigkeit nicht zu verlieren. Immerhin sind wir hier seit knapp 3,5 Monaten unterwegs.
An der Gold Coast übernachten wir also in einem Schlafsaal mit 14 Betten und selbst das ist noch teuer (remember, Australien sowieso teuer und während der Osterferien even more so). Das schöne daran: man kommt sehr einfach mit Menschen ins Gespräch. Zum Beispiel mit Beatrice. Sie ist 26, Italienerin und studierte Ingenieurin. In Australien arbeitet sie als Kellnerin – und verdient damit mehr als sie in Italien als Ingenieurin bekäme. Das finde ich schon verrückt.
Nachdem wir eine Weile im Café gearbeitet haben, machen wir am Nachmittag einen Strandspaziergang. Noch so ein Ding: Hochhäuser direkt am Strand sind ja irgendwie pervers, aber holt mich auch komplett ab. Sonne glitzert im Meer und in den Glasfassaden.




Abends treffen wir uns mit Valerie, einer ehemaligen Arbeitskollegin, die zwischenzeitlich an der Goldcoast lebt. Es ist ein super schöner Abend, wir lachen viel und Vali zeigt uns nach dem Abendessen noch einige besonders schöne Aussichtspunkte am Strand bei Nacht.
Außerdem klärt uns Vali über ein Phänomen auf, was wir hier in Australien schon von Anfang an beobachten konnten: sporty Girls in Fitnesskleidung mit dem obligatorischen Coffee To Go Becher in der Hand beim Spazieren / Gassigehen mit dem Hündchen / schnacken auf einer Parkbank. Das Spektakel hat hier einen Namen und wird liebevoll der „Hot Girl Morning Walk“ genannt. Ich lieb’s!
Am nächsten Tag geht es für uns schon weiter. Aber nicht, bevor wir nicht noch eine Runde Jetski gefahren sind. Das wiederum lieb ich überhaupt nicht, dafür war Ben happy mit der Fahrt und hatte Spaß.



Byron Bay
Nächster Halt: Byron Bay. Wir checken in unsere neue Unterkunft (diesmal wieder eine Wohnung inkl. Balkon) ein und vertreten uns erstmal eine Weile die Beine. Abends gibt’s eine riesen Pizza und damit war’s das für den Tag schon.
Byron Bay, oder auch einfach „Byron“ unter den Locals genannt, ist ein wirklich hübscher kleiner Ort. Viel Strandpromenade, tolle Sonnenuntergänge, viele Restaurants und jede Menge Gelegenheit zu bummeln. Und es gibt einen riesigen Aldi, logisch. Der perfekte Spot für den Urlaub an der Ostküste Australiens.
Am nächsten Morgen sind wir mit Christopher verabredet. Chris habe ich 2016 kennengelernt, als ich meine Abenteuer in Kapstadt beendet und eine Reise durch Afrika von Zimbabwe bis Kenia gemacht habe. Seither sind wir unregelmäßig regelmäßig im Kontakt und es war natürlich klar, dass wir uns nach 8 Jahren treffen müssen!
Bisher hatten Ben und ich versucht, die Wildlife Sanctuaries zu meiden – manchmal sind die ja doch mehr kommerziell als zum Tierwohl. Chris hat uns allerdings eines empfohlen, das sich tatsächlich für die Tiere einsetzt anstatt sie zu halten für den großen Profit.
Wir hatten also die Chance, Koalas, Wombats, Kängurus, diverse weitere Nager, Reptilien, und sonstiges Getier aus der Nähe zu beobachten. Und nein, wir haben keine Koalas gestreichelt.
Mittags machen Ben und ich es uns am Strand gemütlich, ein wenig Sonne tanken und ausspannen. Haben wir in Australien noch gar nicht gemacht.
Abends treffen wir uns wieder mit Chris. Er und seine Frau Susan entführen uns zu ihrem Lieblingsgriechen. Ein hübsches, familiengeführtes Lokal in einem belebten Sträßchen in Byron und ein kulinarischer Volltreffer, die mixed veggie Platter ist ein Träumchen.
Viele Lacher und gute Gespräche später verabschieden wir uns wieder. Aber der Abschied soll nicht für lange sein, denn Chris und Susan kommen im Juli nach Deutschland – wir sehen uns also bald wieder 🥳



und jede Menge davon






Den nächsten Tag verbringen wir erst am Laptop und später mit Sport. Vom Gym laufe ich nach Hause – in Sportkleidung und Coffee To Go, wie sich das hier gehört.
Tags drauf heißt es früh Abschied nehmen von Byron Bay, heute geht es 760 km weiter in den Süden bis nach Sydney.
Sydney
Spät abends kommen wir in Sydney an. Und wie sich das für eine Großstadt gehört, gibt es natürlich partout keine Parkplätze auch nur ansatzweise in der Nähe unseres Hostels. Ben geht kurz zur Unterkunft und fragt nach wegen Parkmöglichkeiten, während ich im Auto warte.
Als er zurückkommt, sieht er nicht so glücklich aus – das Zimmer ist scheiße und das Bad auch. Hmpf. Jetzt noch schnell umbuchen?
Meine Begeisterung dafür hält sich aber in Grenzen, wir fahren also erstmal das Auto zu einem überraschend günstigen Parkhaus und dann möchte ich mir die Lage einmal selbst ansehen. Zumindest für heute bleiben wir im Hostel, was morgen ist, sehen wir dann. Es gibt noch ein provisorisches Vesper in der Common Area, wir drehen eine Runde um den Block und dann geht’s sowieso schon ins Bett.
Wir beide schlafen unerwartet lange aus in unserem Mehrbettzimmer und sind immerhin richtig schön ausgeschlafen am nächsten Morgen. Es gibt Kaffee inklusive im Hostel, das macht mich schon sehr glücklich. Mit manchen Sachen bin ich schon sehr einfach: saubere Bettlaken und Kaffee sind schon die halbe Miete.
Das Bad im Mehrbettzimmer ist dafür tatsächlich eine Zumutung: kein Handtuchhaken, keine Seife, kein Platz zum Umdrehen, der Boden steht unter Wasser und ist voller Haare, die Tür geht nur so gewaltvoll zu, dass man Angst haben muss, den Knauf abzureißen beim Versuch die Tür von innen zuzuziehen.
Aber es gibt immer bright lights: es ist ein Hostel und hat daher mehrere Badezimmer, nur eben nicht direkt in unserem Dorm. Die anderen Bäder sind ok: nicht grandios, aber immerhin mit Platz und Haken, um seine Sachen aufzuhängen, während man sich die Zähne putzt oder duscht. Mensch, geritzt!
Für ’nen Zehni die Nacht inklusive Frühstück (was wir sowieso nicht essen) und Abendessen (was wir nie mitbekommen) kann man nicht meckern. What you pay is what you get, und wir bekommen genug für den günstigen Preis. Auch Ben arrangiert sich mit dem Hostel, die Betten sind nämlich bequem und vor allem ist es nachts dunkel und leise im Zimmer – damit ist auch die halbe Miete für Ben geregelt.
Mit dem Geld, was wir am Zimmer gespart haben, gehen wir an Day1 in Sydney also erstmal reichlich frühstücken – ohne Mampf kein Kampf und wir haben einiges zu Fuß vor heute.

















Nachdem wir den gesamten Tag und einige Kilometer durch Sydney gesammelt haben, brauchen wir eine kurze Verschnaufpause im Hostel. Wir haben mittags bei der Handa Outdoor Opera spontan Tickets für West Side Story am Abend gekauft. Wir hatten Glück und haben günstig super Tickets bekommen, weil wir so kurz vor knapp noch gebucht haben.
Die Kulisse ist der Hammer: im Hintergrund die Marina, die Harbour Bridge, das Opera House und die Skyscraper von Sydney. Als ob das nicht schon genug wäre, zieht noch eine Sternschnuppe vorbei und es gibt sogar ein Feuerwerk. It’s pretty perfect!



Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zum berühmten Bondi Beach. Wir nehmen den Bus, denn wir möchten testen, ob das hier wirklich funktioniert wie in der Zukunft: Du hältst beim Einsteigen deine ganz normale Kreditkarte ans Lesegerät und beim Aussteigen nochmal, anschließend wird dein Fahrtgeld automatisch berechnet… MIT DER GANZ NORMALEN KREDITKARTE!!! Es funktioniert tatsächlich und für etwa 45 Minuten Stadtrundfahrt im Bus zahlen wir jeweils 60 Cent. I’m lovin‘ it!
Aber first things first, jetzt erstmal Frühstück und dann geht’s zum Beach. Das Frühstück ist top (wie bisher immer hier in Oz), der Walk zum Bondi Beach ist sehr schön – und Bondi Beach ist ziemlich… normal. Irgendwie hatte ich hier mehr erwartet, nachdem Gott und die Welt den Bondi Beach kennt. Aber gut, wir waren hier und haben’s gesehen. Leider macht das Wetter heute nicht so mit und es fängt an zu regnen.
Wir verlassen den Strand und stöbern stattdessen ein wenig in den Läden an der Strandpromenade, um uns vorm strömenden Regen zu schützen. Wir sitzen nochmal in ein anderes Café und düsen schlussendlich wieder mit den Öffis aus der Zukunft in Richtung zuhause (zuhause = da, wo der Rucksack gerade ist).






Auf dem Weg ins Hostel kommen wir an der Marina vorbei, dort findet gerade ein Waacking Contest statt… und obwohl das ein ziemlich abgefahrener Tanzstil ist, ist es doch sehr unterhaltsam anzuschauen und wir bleiben für die nächsten 90 Minuten beim Wettbewerb hängen.
Nachdem der Wettbewerb zu Ende ist, fängt ein paar Meter weiter ein Geigenspieler an zu spielen. Straßenkunst ist einfach was schönes ♡ Ein gelungener letzter Abend in Sydney.

