Australien Part 1 von 3 – Von Cairns bis Noosa

Nach einem laaangen Transfer mit Übernachtung am Flughafen in Bali schaffen wir es endlich bis nach Cairns. Wir haben es geschafft, wir sind in Australien angekommen – juhu! Mit dem Uber geht es jetzt noch bis zur Unterkunft und dann sind wir auch erstmal platt.

Cairns und das Great Barrier Reef

Das Zimmer ist… winzig, dafür ist das Gemeinschaftsbad sauber. Wir vertreten uns noch eine Runde die Beine und landen in einem Burgerladen. Hier gibt es sogar vegane Burger, Jackpot! Die Burger waren riesig, die Portion Pommes war noch größer… das schaffen wir niemals. Macht aber gar nichts, mit Feiertagszuschlag kosten die Burger mit Pommes und Cola auch nur schlappe 96 (!!!) AUD. Das klingt im ersten Moment schlimmer als es war, aber 96 australische Dollar sind eben auch 60 Euro. Für Burger und Fritten aber trotzdem ein sehr stolzer Preis. Willkommen in Australien, the land of the rich 😅

Am nächsten Morgen geht es für uns direkt früh weiter, wir spazieren zum Hafen und machen dort einen Tauchtrip zum Outer Great Barrier Reef, drei Tauchgänge stehen auf dem Programm.

Die Tauchgänge waren allesamt gut, die Korallen und die Landschaft im Outer Reef schön (es war bewölkt, entsprechend wirkt unter Wasser alles noch etwas blasser) – aber man sieht eben auch deutlich, dass das Riff nicht gerade mitten in seiner Blüte steht…
Das hört man ja gelegentlich in den Nachrichten, aber sich selbst ein Bild vor Ort zu machen, ist eben doch eindrücklicher.
Und wenn ich ehrlich bin, finde ich doch, dass der Ausflug in Summe eher eine traurige Angelegenheit war. Ursprünglich wollten wir auf ein Liveaboard (man „lebt“ also ein paar Tage auf einem Boot und macht entsprechend mehrere Tauchgänge, kommt an etwas entlegenere Orte), aber das hatte zeitlich leider nicht hingehauen mit unserem straffen Fahrtprogramm. Also wurde es der besagte Tagesausflug – der war günstiger, geht schneller, ist massentauglicher. Und genau so hat es sich auch angefühlt: Massentourismus at its finest.

Die Krönung war nur noch, dass die Tauchgruppen sich unter Wasser an einem Stein halten sollten, mit dem Gesicht ganz dicht an einer Anemone samt Nemo-Fischi, für’s Fotooo! Na klar. Hat mich sehr aufgeregt. Grundsätzlich gilt: man lässt seine Pfoten unter Wasser bei sich! Erstens könnte man sich verletzen, zweitens könnte man seine Umgebung da unten kaputt machen. Und Korallen sind nicht dafür bekannt, besonders schnell zu wachsen… Dann bin ich außerdem noch eine von denen, die in Tauchgruppen immer wieder mal schaut, ob noch alle da sind. Absolut nicht mein Job und ein unnötiger Mutti-Move meinerseits, aber was soll ich machen. Ich bemerke also zuerst, dass in unserer Gruppe von gerade einmal 7 Tauchern jemand fehlt. „Wo ist dein Buddy?“ bedeute ich dem Kollegen, der nur Augen für seine Kamera hat (und der auch wahnsinnig gerne alles antatscht), Schulterzucken. Jo, auch gut.
Wir geben dem Dive Master Bescheid, Person fehlt, wir tauchen noch ein wenig weiter. Auch spannend – denn eigentlich wird laut Lehrbuch eine Minute nach der vermissten Person gesucht und wenn man sich nicht findet, wird nach Ablauf der Minute aufgetaucht, denn an der Oberfläche ist es leichter sich zu finden. Das Gute ist, dass wir die vermisste Person auf dem Boot direkt wieder antreffen. Er hatte den Anschluss zur Gruppe verloren, als er mit Fotografieren beschäftigt war. Alles nochmal gut gegangen, aber so richtig geil war’s eben trotzdem nicht.

Den Tag drauf können wir ausschlafen und spazieren ein wenig durchs verlassene Cairns. Ein bisschen verwundert sind wir schon, da ist nämlich wirklich einfach gar nichts los. Ein kleines bisschen kommen die Ghosttown Vibes hoch bis wir an einer Bar vorbeilaufen, die geradezu „Rednecks“ schreit. Die, die dort sitzen, sehen allesamt aus, als ob sie mächtig Bock auf ’ne ordentliche Prügelei haben oder als ob sie gerne mal Frauen ungefragt auf den Hintern klatschen. Beides eher nicht so glamorous, wir schauen also, dass wir weiterkommen. So weit, so underwhelming.

Wir spazieren noch eine Weile weiter und entdecken ein paar schöne Ecken am Strand. Wir halten außerdem Ausschau nach Tennisplätzen, aber heute am Ostermontag ist leider alles geschlossen. Möglicherweise ist auch deshalb so leer, weil alle ausgeflogen sind?

Was offen hat, ist allerdings ein großer Supermarkt. Dort kaufen wir erstmal eine Menge Proviant ein und holen anschließend unseren Mietwagen ab, denn morgen geht unser großer Roadtrip los: von Cairns bis Melbourne und noch ein Stück weiter auf die Great Ocean Road. Insgesamt 4.000km liegen in den nächsten 3,5 Wochen vor uns. Yeehaaw!

Airlie Beach, Whitsundays und Whitehaven Beach

Der erste lange Tag steht an. Gute 700 km liegen vor uns bis wir abends in Airlie Beach ankommen. Es ist traumhaft schön – die einzige Ironie ist, dass wir hier leider AUF GAR KEINEN FALL ins Wasser können… Salties (Salzwasserkrokodile), Haie, giftige Quallen und tödliche Minimuscheln (kein Scherz!) können einem den Spaß schon ein kleinwenig verderben. Aber gut, wir begnügen uns mit Anschauen.

Am nächsten Morgen sollte eigentlich eine Tour zu den Whitsundays und zum Whitehaven Beach, einer der schönsten Strände weltweit, stattfinden. Schade nur, dass das Boot kaputt ist und die Tour damit nicht stattfinden kann. Wir versuchen in aller Regel mit den kleineren Touranbietern zu gehen… meistens ist das sehr schön und manchmal geht das eben in die Hose, weil kleine Touranbieter eben keine Ersatzboote o.ä. haben 😝

Wir versuchen uns schnell eine andere Tour zu organisieren, am besten noch für heute – morgen wollen wir ja schon weiterfahren. Aber da ist nichts zu machen, alles ausgebucht. Ihr erinnert euch, dass wir zu Ostern in Cairns waren? Richtig, das bedeutet also, dass Osterferien sind und damit viele viele viele Australier eben auch Urlaub machen und an der wunderschönen Ostküste entlang tingeln.
Das macht also a) das Finden von nicht-ausgebuchten Unterkünften und Touren schwieriger und b) macht es den Aufenthalt in Australien NOCH teurer. Ein gutes Timing ist eben alles 🥲

Im Reisebüro finden wir zwei unfassbar herzige Damen, die uns wirklich unbedingt helfen wollen, trotz der Osterfeiertage noch einen Trip zu besagtem Traumstrand zu buchen. Wir werden fündig, die Tour ist -obviously- sauteuer, aber angeblich auch wirklich ihr Geld wert. Außerdem ist das unsere einzige Chance auf den Traumstrand, also yolo und buchen.

Den übrigen Tag verbummeln wir mit Arbeiten, Wäsche waschen, Essen und spazieren. Ach ja, beim Spazieren dann unser erstes australisches Erlebnis: Eine Schlange am Wegrand! Man würde ja meinen, dass auf dem Hotelgelände eher weniger Tiere unterwegs sind, aber genau hier wartet eine Schlange abends darauf, den Weg zu überqueren als Ben und ich entlangspazieren.
Ben bemerkt die Schlange nicht und ich nur aus Zufall, weil ich beim Laufen gerne mal auf den Boden schaue, wo ich hinlaufe… und da ist auf einmal ein Schlangenkopf direkt neben meinem Fuß. Ich mache einen Satz nach vorn, bevor ich realisiere, was passiert ist. Wunderwerk Körper und seine Reflexe, da passieren Sachen bevor man das aktiv ansteuert.
Wir bleiben also ein paar Meter weiter stehen und drehen uns nach der Schlange um, die ziemlich entspannt noch dort sitzt, wo sie eben schon war. Das Herz klopft, immerhin sind wir in Australien und könnten gerade dem Tode gerade so entronnen sein. Oder das Tier ist komplett harmlos und das Herzklopfen war umsonst. Wir sind uns unschlüssig und fragen auch erst ein paar Tage später einen Australier nach seiner Einschätzung des Kriechtiers. Spoiler: sie war vermutlich harmlos, eine Würgeschlange für die wir zu groß wären als Beute. Puh!

Am nächsten Morgen checken wir also noch vor 6 Uhr aus, bringen unser Gepäck zu einer Aufbewahrungsstelle und machen uns auf den Weg zum Touranbieter. Daumen drücken, heute klappt das hoffentlich! Heute Abend müssen wir nach der Tour weiterziehen, in Airlie Beach ist alles ausgebucht. Macht aber nichts, die zusätzliche Nacht hier war ja sowieso nicht eingeplant.

Wir haben Glück, diesmal funktioniert alles reibungslos – die Tour startet pünktlich, wir sammeln an mehreren Orten (und Inseln voller Steinreicher) weitere Touristen ein und machen uns auf den Weg zu den Whitsundays und zum Whitehaven Beach.

Den Vormittag verbringen wir mit kleineren Wanderungen zu Aussichtspunkten auf die Whitsundays. Und die sind wirklich genauso schön, wie man auf den Bildern sieht. In Echt noch schöner… ein Träumchen! Und der Sand so weiß und fein, dass er beim Laufen unter den Füßen quietscht.

Danach geht es weiter zum Whitehaven Beach, dort wird der Nachmittag verbracht bei BBQ am Strand, planschen, schnorcheln, SUPs stehen bereit. Jep, das volle Touriprogramm – aber das muss auch mal sein 🙂

Ins Wasser sollte man im Übrigen nur mit Stinger Suit, also einem dünnen Anzug, der quasi 95% der Körperfläche bedeckt. Dient vor allem der Sicherheit wegen Quallen, aber viele springen auch ohne den ins Wasser.
Nee, sorry – nicht mit mir. Der Strand ist zwar schön, aber mein erklärtes Ziel ist es 102 Jahre alt zu werden. No time to die, nicht mal am Traumstrand. Selbstverständlich gehen wir also nur mit Anzügchen ins Wasser 😎

Wenn Baywatch zu Benwatch wird

Der Tag am Traumstrand ist traumhaft und sehr erholsam. Das Geld haben wir also gut ausgegeben und beglückwünschen uns zur Entscheidung, die Tour gemacht zu haben. Abends holen wir unsere Sachen ab und düsen noch 2-3 Stündchen weiter nach Mackay.

Mackay und Agnes Water

In Mackay ist nur eine schnelle Zwischenübernachtung, Dusche, ab ins Bett und am nächsten Tag geht es direkt weiter. Der Trip bis nach Agnes Water sollte nicht lange dauern, nur etwa 4-5 Stunden je nach Verkehr. Dachten wir jedenfalls.
Kurz vor uns ist nämlich ein LKW umgekippt und liegt jetzt auf einer Seite (niemand verletzt). Der blockiert fein säuberlich die gesamte Fahrbahn. In beide Richtungen Vollsperrung und auch keine Ausweichstrecke, die Straßenführung hier ist anders als zuhause… Also warten wir, und warten, und warten,… aus 4-5 Stunden wurde ein Tagesausflug. In Agnes Water kommen wir gegen 23 Uhr an. Gut, dass es heute kein Programm gab außer der Anfahrt.

Nach so viel Action gestern wird erstmal ausgeschlafen, am Läppi gearbeitet und selbstverständlich gibt’s einen Strandspaziergang mit einem Iced Coffee.
Iced Coffee ist ja mein absolutes Highlight auf der Reise, egal ob mit Orangensaft (Thailand), mit gesalzener Sahne (Vietnam) oder einfach schwarz mit Eiswürfeln… Eisgekühlter Kaffee ist das Leben!! Abends gibt es noch eine Portion vegane Mac’n’Cheese. So ein gutes Tütchengericht, aber wird besser als gedacht. Dazu ein Film im Zimmer unserer Unterkunft (WG-Style) und damit ist der Tag auch schon zu Ende. Nachts regnet es allerdings so heftig, dass ich zwischendurch wirklich Angst habe, dass es unseren Mietwagen davonspült.

Noosa

Der nächste Morgen verlangt geradezu nach starkem Kaffee nach der durchwachsenen Nacht. Es geht weiter nach Noosa. Dort haben wir in einem Resort eine ganze Wohnung, zur Ausnahme also Platz. Sehr schön! Die ganze Anlage ist ein absoluter Rentner-Traum. Sportanlagen, Swimmingpools, gepflegte Grünanlagen, Restaurants auf dem Gelände, Aqua-Gymnastik-Angebote. Hier lässt es sich auch schon mit Mitte 30 aushalten! Das Beste an der ganzen Anlage: Es gibt Tennisplätze. Endlich, darauf haben wir so lange gewartet und jetzt kommen wir endlich wieder auf den Court 🥳

Wir haben hier außerdem ein Wohnzimmer und sogar Free TV. Was kommt? Die australische Variante von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“. Die wird aber natürlich nicht in Australien gedreht, sondern in Südafrika.
Witzig, weil Australien sich schon wie der gefährlichste Kontinent anfühlt, was tödliche Tiere angeht und zum anderen freue ich mich natürlich immer über absolut alles, was irgendwie mit Südafrika zu tun hat.

Die nächsten Tage im Rentnerparadies sind genauso gemütlich, wie der Ort selbst. Es wir gesnackt (wir haben ja auch eine eigene Küche), gearbeitet, gebummelt und Tennis gespielt.
Noosa Heads, die „Innenstadt“ hier, ist ein gemütliches kleines Örtchen mit Cafés, Restaurants und ein paar Shoppinggelegenheiten.
Außerdem gibt es hier jede Menge Coastal Walks, also kleinere Spaziergänge bis Wanderungen an der Pazifikküste entlang. Da machen wir natürlich auch einen, die Umgebung hier müssen wir uns natürlich anschauen und nicht nur die Cafés.

Nach unserer Morgenrunde beim Coastal Walk gibt es erstmal Kaffee bei einer kleinen Rösterei etwas außerhalb vom Stadtzentrum, die uns am Vortag in einem Shop/Marketingagentur vom Shopinhaber empfohlen wurde.
Er hat nicht zu viel versprochen, der Kaffee ist ausgezeichnet. Wir sitzen draußen auf der Terrasse und kommen mit einem älteren Ehepaar ins Gespräch. Er war früher in der Automobilindustrie bei Daimler tätig und war deshalb viel in Stuttgart unterwegs, er kannte sich ziemlich gut aus in der schwäbischen Metropole. Zufälle gibt’s einfach…
Nach einer zweiten Runde Kaffee verabschieden wir uns und machen uns auf den Weg zurück zum Tenniscourt. Wenn wir schonmal die Gelegenheit haben zu spielen, müssen wir das natürlich ausnutzen!

Am nächsten Morgen gibt’s noch eine letzte Partie Tennis vor dem Checkout, es geht weiter nach Brisbane!

Hinterlasse einen Kommentar