
Nachdem wir die ersten beiden Nächte in Phuket Zeit hatten, um anzukommen und uns zu sortieren, ist es jetzt an der Zeit für einen Tapetenwechsel.
Wir haben uns die erste Woche im Januar freigenommen und wie sich das für einen Urlaub so anbietet, darf die Destination gerne entspannt sein. Wir möchten also auf eine Insel (eine andere als Phuket), mit Strand und Badespaß und süßem Nichtstun.
Da wir vor der Abreise nur die ersten beiden Nächte in Phuket gebucht hatten und sonst nichts, waren wir bis kurz vor knapp auch sehr flexibel.
Allerdings ist uns dann bei der weiteren Planung in Phuket schnell klar geworden, dass von Phuket aus gar nicht sooo viele Inseln so richtig gut zu erreichen sind. Eigentlich hatte ich Ben und mich auf Ko Lipe gesehen… aber wer die Routenplanung gesehen hat, kann sich denken, dass da eventuell die ein oder andere Lücke geblieben ist. Safe to say, wir haben die Lücken der Vorbereitung sofort aufgespürt 😅




Macht aber nichts, denn Ko Yao Yai ist eine sehr hübsche kleine Insel, auf der wir vor gut 6 Jahren schon einmal bei unserem ersten gemeinsamen Urlaub waren. Und: die Insel ist von Phuket aus sehr gut mit dem Speedboat erreichbar.
Normalerweise versuchen wir, bei unseren Reisen/Urlauben/Kurztrips neue Ecken zu entdecken und keine bekannten Plätze anzusteuern. Aber manchmal muss man eben mit dem Flow gehen, was für uns bedeutet, dass wir uns Ko Yao Yai nochmal aus der Nähe ansehen dürfen. Wer mitgezählt hat: wir haben es direkt beim zweiten Stop geschafft, die Route anzupassen.
Erstmal am Pier von Ko Yao Yai angekommen, werden wir direkt angesprochen von einem Sammeltaxifahrer und für 2,50€ werden wir direkt bis zu unserer Unterkunft gefahren. Übrigens, Ko Yao Yais Infrastruktur besteht aus etwa 3 Straßen, die die rund 6.000 Einwohner miteinander verbinden. Die Insel ist also schön klein und übersichtlich, genau das richtige zum Entschleunigen.
Wir stehen also an der Unterkunft, eine Rezeption gibt es nicht, zu sehen sind nur die sieben einzelnen Zimmer bzw. Hütten, aus denen unser „Hotel“ besteht. Also schreiben wir über Booking mit der Verwaltung (?) und keine zwei Minuten später ist eine Dame vor Ort und entschuldigt sich, denn irgendwie ist unsere Buchung untergegangen. Yay!
Ihre Schwester kümmert sich angeblich um das Hotel und die Buchungen, sie ist aber derzeit in Bangkok und hätte das wohl verbummelt (Ben und ich sind uns allerdings schnell sicher, dass es die Schwester gar nicht gibt).
Wie geht es denn jetzt weiter? Nach der Anreise und dem Kurzaufenthalt in Phuket hatte ich mich innerlich schon auf 4 Nächte am Stück im selben Zimmer gefreut… Ein bisschen angefressen bin ich also schon in dem Moment, aber es hilft ja nichts und so werden wir keine 10 Minuten später zur Ersatzunterkunft gebracht. Dafür zahlen wir natürlich nichts und außerdem wird uns dort ein traumhaftes Frühstück am nächsten Morgen versprochen, das wir natürlich gratis als Wiedergutmachung bekommen.
Let me just say, die Ersatzunterkunft ist kein Ersatz, sondern ein ordentliches Upgrade: 3 Sterne Resort (und damit drei Sterne über unserer eigentlichen Unterkunft) direkt am Strand, mit Pools und Bar und Restaurant und allem, was man sich von einem Resort eben so verspricht.
Schockverliebt packen Ben und ich schnell unsere Sachen aus und machen uns auf den Weg zum Pool unten beim Strand. Wenn wir schon ein Upgrade bekommen, dann wollen wir auch das Beste daraus machen!





Bei einem Zeitraum von vier Monaten wird das aber irgendwann schwierig, wenn wir dasselbe Mindset an den Tag legen. Denn „nur 80€ die Nacht“ werden auf einmal 2.400€ im Monat nur für ein Dach über dem Kopf – da hat man noch nichts gegessen, nichts gesehen, war nicht tauchen und hat noch keine Location gewechselt.
Tags darauf stellen wir uns den Wecker, damit wir das gratis Frühstück auch ja nicht verpassen. Frühstück ist mir persönlich egal, aber ich trinke morgens seeeehr gerne Kaffee.
Was wir nicht wissen: etwa alle 3 Stunden piepst es für etwa 30 Minuten unfassbar laut durch das gesamte Resort. Wir vermuten es hatte was mit dem Strom zu tun, sind uns aber nicht ganz sicher. Die Nacht ist entsprechend durchwachsen und natürlich verschlafen wir den Wecker. Frühstück geht bis 10 Uhr, um 9.40 Uhr werde ich wach… „Ben, Ben, wir müssen JETZT aufstehen!“


neue Freunde zu finden
Wer also 5 Minuten nach dem ersten Augenaufschlag aus dem Zimmer stürzt, um noch einen Kaffee zu bekommen, sind dann wohl wir. Allein jetzt beim Schreiben muss ich über die Situation lachen, aber manchmal macht man eben sehr witzige Dinge.
Nach dem Frühstück packen wir -jetzt gemütlich- unsere Sachen zusammen und werden zurück zu unserer eigentlichen Unterkunft gebracht. Das Zimmer ist klein aber fein, sauber und die Klima macht einen astreinen Job (draußen hat es 35 Grad).




on tour

muss auch sein


Den Roller haben wir uns schon am Vorabend besorgt und das Ding ist Thailand pur: er scheppert, hat Macken en masse, die Bremsen reagieren viel zu langsam und die Helme rutschen die ganze Zeit in den Nacken – wie ist mir ein Rätsel, aber es funktioniert!
Mit unserem neuen Höllengefährt auf Zeit düsen also gut gelaunt am Nachmittag über die Insel an einen Badestrand, der ewig lange flach ins Meer hinausführt.


auf geheimer Mission




Was keiner weiß: während die Bilder oben nach Traumstrand und Badenixen aussehen, waren wir nicht ein einziges Mal im Wasser…
Auf dem Weg zur Sandbank entdecken wir nämlich jede Menge angespülte Quallen. Da es ein Sandstrand ist, ist das Wasser trüb – man sieht also nichts, obwohl das Wasser hier überall gerade mal knietief ist. Als wir endlich ziemlich am Ende der Sandbank ankommen, finden wir dann auch noch dieses Prachtexemplar:


Spätestens jetzt ist klar – ich gehe hier AUF GAR KEINEN FALL ins Wasser. Ben ist auch nicht mehr besonders erpicht, also suchen wir uns einen Schattenplatz und lesen anstatt zu baden. Daheim gibt’s dafür eine kalte Dusche und ein leckeres Abendessen, das ist auch schön.
Tags darauf wird bei Iced Coffee besprochen wie unsere allgemeinen Pläne für die Reise aussehen – wie bspw. ob wir lieber weniger Stops machen und dafür länger bleiben oder ob wir lieber mehr Stops und dafür kürzere Aufenthalte einlegen wollen. Wie und wann möchten wir arbeiten, wann planen wir Transfertage ein? Welche Ziele sind uns besonders wichtig, welche optional?
Als die großen Fragen geklärt sind, geht es im kleinen weiter: wohin geht es nach Ko Yao Yai eigentlich? Wir stellen gleich nochmal fest, dass es von hier aus gar nicht mal so wahnsinnig viele gut gelegene Ziele gibt – schade, da haben wir uns irgendwie in eine Sackgasse manövriert.
Nachdem also einige Optionen ausgelotet sind, wie wir noch auf eine andere Insel kommen (ich hatte ja mal an Ko Lipe gedacht), wird gleichzeitig auch schnell klar, dass wir eigentlich nicht sofort nochmal auf eine Insel müssen. Stadtleben würde uns auch taugen und außerdem haben wir langsam Hummeln im Hintern, viele Ideen im Kopf und möchten gerne wieder anfangen zu arbeiten. Der nächste Stop wird Bangkok!
Die Transfers und Hotels sind gebucht, dann genießen wir jetzt nochmal das Inselparadies und buchen eine private Schnorcheltour: Zahlung direkt vorab in bar, als Beleg gibt es einen Fetzen Papier ohne Datumsangabe, wir treffen den Bootsführer am Pier am nächsten Morgen. Er heißt Bon, ok. Alles sehr uneuropäisch, hier vertraut man auf Handschläge und darauf, dass alles schon passt.


Der Schnorcheltrip ist ein Traum. Insgesamt steuern wir vier Inseln an, machen dabei zwei lange Schnorchelstops und genießen unser Mittagessen unter Palmen.
Beim ersten Schnorchelstop ist mir noch etwas mulmig, ich muss noch an die Riesenqualle denken und wir fragen mal nach, wie die Lage mit den Glibbertierchen hier so ist. Die Antwort ist simpel: die meisten Quallen sind harmlos, „but if it has a long tail, it’s dangerous“. Na gut, dann bleiben wir von denen also fern, falls wir sie sehen.
Kaum im Wasser sind allerdings alle Sorgen sofort vergessen, der Schnorchelstop ist traumhaft ausgewählt, das Wasser glasklar und wir landen mehrfach mitten in Fischschwärmen. Zum ersten Mal können Ben und ich außerdem Anemonenfische („Nemo“) ganz nah beobachten. Unterwasser-Heaven!
Irgendetwas hat aber andauernd gezwickt beim Schnorcheln, wie kleine Ameisenbisse. An Bord erklärt man uns, das wäre eine Art Unterwasser-Moskito. Aha. Ben und ich haben eigentlich noch was von Quallenbestandteilen im Hinterkopf… Wir schnorcheln noch eine zweite Runde, recherchiert wird später. (Was da gezwickt hat, sind in der Tat Bestandteile von Quallen – die Nesselkapseln. Aber Unterwasser-Moskito klingt süßer, also bleiben wir dabei.)




pre-schnorchel tour

post-schnorchel tour
Der zweite Tauchstop ist deutlich einsamer als der erste, Fischschwärme sind nur wenige zu sehen und kaum Touristen – aber dafür deutlich mehr verschiedene Fischis.
Auf den Galapagos Inseln war ich ganz verliebt in die Papageifische, weil sie so schön bunt schimmern und einen interessanten Schnabel haben. Tatsächlich sehen wir auch hier an diesem Spot zwei Papageifische, denen wir eine Weile folgen und sie beobachten können. Ein Traum! Ich kann es kaum abwarten wieder tauchen zu gehen.
Anyway, die Inselabenteuer sind vorerst zu Ende und wir düsen weiter in Richtung Bangkok.

