Phuket

Startpunkt unseres zweiten längeren Reiseabenteuers ist Phuket. Die Insel des Alkohols, der käuflichen Liebe und der vollen Strände. ♡

Zugegeben, der letzte Satz war vielleicht etwas gemein der Insel gegenüber – aber so haben wir unseren Aufenthalt am Patong Strand wahrgenommen. Jedenfalls ist der Inseltraum Phuket nicht unbedingt unser eigenes Traumziel. Aber der Flughafen lag praktisch auf einer der beiden möglichen Reiserouten, der Flug war erschwinglich und damit war das Thema erledigt. Wir legen los auf der südlich gelegenen thailändischen Insel.

Nach rund 24 Stunden on tour, mit gefühlt 40 Stunden ohne Schlaf (die Abflugzeit war nicht besonders gnädig zu unserem Biorhythmus) und bei 800 % Luftfeuchtigkeit kommen wir also auf der Insel an. Sieht man uns vermutlich auch auf dem Foto oben an.
Obwohl wir beide wussten, dass Phuket nicht ganz unseren Reiseidealen entspricht, waren wir übertrieben glücklich endlich tatsächlich unterwegs und in Asien zu sein. Vollkommen egal wo, Hauptsache es geht los.

Die Busfahrt in Richtung unserer Unterkunft dauert vom Flughafen etwa eine Stunde und wir werden bei strömendem Regen begrüßt. Eigentlich nicht so schlimm, denn die Regenponchos haben wir sicherheitshalber dabei – aber eigentlich sollte keine Regenzeit sein?! Nunja, wir werden sehen was das Wetter bringt. Nicht umsonst haben sowohl Ben als auch ich Vollplastik-Badelatschen als unser zweites Paar Schuhe ausgewählt, die man wunderbar auch durch die Regenzeit und zum Waten durch knietiefe Pfützen tragen kann.

Die Unterkunft ist sauber, geräumig, das Personal ist nett. Allerdings: wir haben in weiser Voraussicht ein Hotel am Partystrand gebucht, weil ist ja Silvester. Eigentlich lege ich nullkommagarkeinen Wert auf Silvesterpartys und Glitzerkleider, aber wenn man das neue Jahr schonmal mit einer längeren Reise und in Thailand und in Phuket startet… dann eben auch mit der vollen Experience. Wenn schon, dann richtig: Wir sind am Ballermann von Phuket. Lifegoals!

Das Abendessen im Lokal um die Ecke war weltklasse, Gemüse mit Cashews und Reis macht mich wirklich einfach sehr sehr glücklich. Mit Abendessen im Bauch und Kaffee im Kopf, um noch ein paar Stunden durchzuhalten, stiefeln wir also gegen 23 Uhr los in Richtung Strand, um dort das Feuerwerk anzusehen.
Randnotiz: in Thailand feiert man das neue Jahr an Songkran, dem Wasserfest. Das ist vom 13.-15. April. Die Nummer mit Feuerwerk am 31.12. ist eine westliche Angewohnheit, hauptsächlich um Touristen zu bespaßen.

Die Insel ist voller Menschen, laut, richtig was los. Und je näher wir dem Strand kommen, desto voller wird es. Kurz vor Mitternacht landen wir in einer Partystraße, die direkt auf den Strand führt. Bars links und rechts ohne Ende, viele leicht bekleidete Frauen und besoffene Touristen (vor allem männliche) all around. So weit, so schrecklich.

Ich kann es also kaum abwarten, aus dieser Straße zu kommen und am Strand zu sein, um das Feuerwerk anzusehen. Allerdings wird es sehr schnell unfassbar voll auf der Partymeile, etwa 50 Meter vom Strand entfernt ist nichts mehr zu machen – wir stecken in der Menge fest und kommen weder vor noch zurück. Umgeben von schweißnassen Körpern und mit Händen an uns, die da nicht hingehören, schauen wir gen Himmel und freuen uns trotzdem über das Feuerwerk um Punkt 0 Uhr.

Mitternacht & noch etwa 50 Meter vom Strand entfernt.
Dann wird das neue Jahr eben hier in der Menge begonnen.

Ben ist mutig und bringt uns noch etwa 10 Meter weiter an den Strand heran (das dauert eine Weile, es ist wirklich Mensch an Mensch), dann schiebt die Menge vom Strand her auf einmal zurück. Ungeil, denn plötzlich wird man von allen Seiten schier zerdrückt. Wir haben Glück und können mit wenigen Metern Strecke in eine Seitenstraße „entfliehen“, kurz darauf wird es besser und man hat schon wieder etwas Platz um sich.

Wir laufen also auf Umwegen zum Strand und schaffen es schlussendlich -wenn auch deutlich nach 0 Uhr- Feuerwerk und Himmelslaternen vom Strand aus zu beobachten. Der volle Strand ist zwar kein Highlight, stört aber beim Blick in den Himmel kein Bisschen.
Der furchtbare Hürdenlauf bis zum Strand ist sofort vergessen und vielleicht habe ich sogar ein bisschen Pipi in den Augen, als Ben und ich die vielen Laternen und das funkelnde Feuerwerk eine kleine Weile beobachten (ok, eventuell war ich auch ein wenig übermüdet, aber das weiß man ja nie so genau). Auf jeden Fall ein sehr schöner Augenblick.

Anfang der Partymeile, als noch Platz war
Start einer Himmelslaterne
Strand & Feuerwerk

Kaum sind wir fertig mit Staunen, geht es zu unserer Rechten am Strand mit Geschrei los. Irgendwer hat absichtlich oder aus Versehen angefangen, Raketen in die Menge zu schießen. Soweit wir es aus der Entfernung erkennen können, ist alles nochmal gut gegangen und alle sind rechtzeitig zur Seite. Wir schauen uns die Lage aber auch nicht genauer an, sondern verziehen uns vom Strand. Reicht auch mit Abenteuerlichkeiten für heute, man muss sein Glück ja nicht herausfordern.

Zum Abschluss gibt es auf dem Heimweg noch einen Mango Sticky Reis, um 3 Uhr fallen wir dann endlich ins Bett – und schlafen verdammt selig bis 15 Uhr.

Der 01. Januar geht folglich sehr unspektakulär vorüber (logisch, den halben Tag haben wir sowieso verschlafen). Ein bisschen Yoga, ein bisschen Reiseplanung für den nächsten Tag, Abendessen im gleichen Lokal wie am Abend zuvor… Und wir spazieren eine Weile durch Patong, unsere Hood hier auf der Insel.

Am 02. Januar stehen wir immerhin schon etwas zeitiger auf und die Vorfreude auf die nächste Insel ist riesig – Ko Yao Yai wir kommen (wieder)!

2 Antworten auf “Phuket”

  1. Was für ein Jahresbeginn!
    I love your blog und wünsche euch weiterhin so ein kurzweiliges Leben in der Fremde.
    Liebe Grüsse

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